Prozessindustrie — durchlaufende Produktion

Schichtplanung in der Prozessindustrie

Im vollkontinuierlichen Schichtbetrieb darf keine Schicht unbesetzt bleiben, und ohne qualifizierten Anlagenfahrer läuft keine Linie. Stafferi hält Schichtrhythmus, Qualifikationen und Besetzungsbedarf in einer Ansicht — auch dann, wenn eine Revision den gesamten Rhythmus umdreht.

Zellstoff- und Papierindustrie, chemische Industrie, Energieerzeugung, Lebensmittelindustrie und Metallerzeugung.

Warum Excel im vollkontinuierlichen Schichtbetrieb nicht reicht

In einer Produktion von acht bis fünf trägt eine Tabelle lange. In einem durchlaufenden Prozess trägt sie nie, und der Grund ist struktureller Natur — nicht der, dass die Tabelle ein schlechtes Werkzeug wäre.

Der Ausgleichszeitraum passt nicht in die Monatsansicht

Das Arbeitszeitgesetz lässt eine werktägliche Arbeitszeit von bis zu zehn Stunden zu, sofern im Durchschnitt von sechs Kalendermonaten oder 24 Wochen acht Stunden nicht überschritten werden. In vielen Branchentarifverträgen liegt die tarifliche Wochenarbeitszeit zusätzlich unter der gesetzlichen Grenze, und vollkontinuierliche Modelle arbeiten mit Freischichten und Zeitgutschriften. Die Arbeitszeit gleicht sich also nicht im Monat aus, sondern über einen langen Ausgleichszeitraum. Eine auf den Monat gebaute Tabelle kann den Ausgleich nicht nachweisen, weil sie den Zeitraum gar nicht sieht.

Der Schichtrhythmus ist kein Kalender

Die Anlage läuft rund 8.760 Stunden im Jahr. Der Schichtrhythmus folgt seinem eigenen Zyklus, der weder auf die Kalenderwoche noch auf den Monatswechsel passt: Dieselbe Schicht fällt an verschiedenen Stellen des Zyklus auf verschiedene Wochentage. Baut man den Rhythmus von Hand in Spalten nach, muss jede Ausnahme manuell bis zum Ende des Zeitraums fortgeschrieben werden.

Eine Formel weiß nicht, wer qualifiziert ist

Eine Tabelle kann Stunden addieren, aber sie weiß nicht, dass in der Nachtschicht mindestens eine Person mit gültiger anlagenspezifischer Qualifikation anwesend sein muss. Sie lässt einen Plan zu, der so nicht gefahren werden darf — und der Fehler fällt erst bei der Schichtübergabe auf.

Schichtmodelle und Schichtrhythmen, die Stafferi beherrscht

Der Schichtrhythmus wird einmal definiert, danach entsteht der Plan nach diesem Rhythmus. In einem Unternehmen können verschiedene Werke und verschiedene Linien unterschiedliche Modelle fahren.

Teilkontinuierlicher Dreischichtbetrieb

Drei Schichten an Werktagen, am Wochenende steht die Produktion. Früh-, Spät- und Nachtschicht wechseln wöchentlich.

Vollkontinuierlicher Schichtbetrieb

Die Anlage läuft rund um die Uhr an sieben Tagen der Woche, auch an Feiertagen. Jede Stunde braucht ihre Besetzung.

Fünf-Schicht-Modell

Fünf Schichtgruppen decken den Dauerbetrieb so ab, dass Freischichten und Schulungstage ohne dauerhafte Überstunden in den Rhythmus passen.

Sechs-Schicht-Modell

Unter anderem in der Papierindustrie im Einsatz. Längere Freiblöcke, komplexerer Zyklus und eine genauere Überwachung des Ausgleichs.

Der Schichtplan wird einmal aufgebaut und lässt sich je Werk anpassen. Sobald der Rhythmus im System liegt, laufen die Prüfungen auf Ruhezeiten und Ausgleich bei jeder Änderung automatisch mit.

Besetzung bei Stillstand und Revision

Die Großrevision ist die anspruchsvollste Planungssituation der Prozessindustrie und genau die Stelle, an der ein normaler Dienstplan aufhört zu funktionieren. Für zwei Wochen dreht sich der Rhythmus des gesamten Werks um: Die Produktion fährt herunter, die Instandhaltung läuft auf Anschlag, und gleichzeitig betreten hunderte Fremdfirmenmitarbeiter das Gelände, die jeweils eine gültige Unterweisung und Qualifikation vorweisen müssen.

Eigener Planungszeitraum für den Stillstand

Die Revision wird als eigener Zeitraum über den regulären Schichtrhythmus gelegt. Abfahren, Instandhaltung und Anfahren sind Phasen mit unterschiedlichem Besetzungsbedarf.

Fremdfirmen in derselben Ansicht

Fremdpersonal, dessen Qualifikationen und Sicherheitsunterweisungen stehen auf derselben Liste wie die Stammbelegschaft. Am Werkstor muss niemand raten, wessen Nachweis noch gültig ist.

Rückkehr in den regulären Rhythmus

Nach der Revision läuft der Schichtrhythmus dort weiter, wo er unterbrochen wurde. Der Plan muss nicht von Hand neu gebaut werden, und die Ausgleichsrechnung reißt nicht ab.

Ist-Daten bleiben erhalten

Die tatsächliche Besetzung des Stillstands bleibt im System. Die Revision des nächsten Jahres wird damit auf Basis gemessener Zahlen geplant und nicht aus der Erinnerung.

Qualifikationen und Qualifikationsmatrix

In einer Prozessanlage ist die Besetzung keine reine Kopfzahl. Eine Schicht ist erst besetzt, wenn die richtige Anzahl Menschen mit den richtigen, gültigen Qualifikationen anwesend ist. Stafferi führt Qualifikationen personenbezogen — Staplerschein, Kranschein, Schaltberechtigung nach DGUV Vorschrift 3, Belehrung nach § 43 Infektionsschutzgesetz sowie anlagen- und werksspezifische Unterweisungen — und warnt, bevor ein Nachweis abläuft.

Weil Qualifikationsmatrix und Dienstplan im selben System liegen, kann ein Planer niemanden versehentlich in eine Schicht setzen, für die die Qualifikation nicht mehr gültig ist. Lesen Sie mehr darüber, worin sich Personaleinsatzplanung und Schichtplanung unterscheiden.

Branchen der Prozessindustrie

Zellstoff- und Papierindustrie

Dauerbetrieb, lange Schichtzyklen und Jahresrevisionen, in denen sich die Besetzung für zwei Wochen vervielfacht.

Chemische Industrie

Strenge Qualifikationsanforderungen und Sicherheitsvorschriften — ohne anlagenspezifische Unterweisung darf keine Schicht gefahren werden.

Energieerzeugung

Rund-um-die-Uhr besetzte Leitwarte, Schaltberechtigungen für elektrotechnische Arbeiten und saisonal schwankende Last.

Lebensmittelindustrie

Hygienebelehrungen, Chargenwechsel und stark saisonal schwankender Besetzungsbedarf.

Metallerzeugung und -verarbeitung

Schmelz- und Walzbetriebe laufen durch. Ein Ofen lässt sich nicht abstellen, weil eine Schicht unterbesetzt ist.

Pharmaindustrie

Dokumentierte Qualifikation und Rückverfolgbarkeit — wer hat was mit welcher Schulung getan, auch im Nachhinein belegbar.

Häufig gestellte Fragen

Im teilkontinuierlichen Dreischichtbetrieb läuft die Produktion werktags in drei Schichten und steht am Wochenende still. Im vollkontinuierlichen Schichtbetrieb läuft die Anlage rund um die Uhr an sieben Tagen der Woche, also rund 8.760 Stunden im Jahr, und der Schichtrhythmus fällt nicht mehr mit der Kalenderwoche zusammen. In Stafferi wird jedes Modell als eigener Schichtrhythmus hinterlegt, sodass in einem Unternehmen verschiedene Werke unterschiedliche Schichtmodelle fahren können.

Das Arbeitszeitgesetz erlaubt eine werktägliche Arbeitszeit von bis zu zehn Stunden, wenn im Durchschnitt von sechs Kalendermonaten oder 24 Wochen acht Stunden nicht überschritten werden. Im vollkontinuierlichen Betrieb gleicht sich die Arbeitszeit deshalb nicht innerhalb eines Monats aus, sondern erst über den vereinbarten Ausgleichszeitraum. Stafferi führt den Saldo über den gesamten Zeitraum mit und zeigt Abweichungen bereits während der Planung. Tarifvertrag und Betriebsvereinbarung können engere Grenzen setzen — prüfen Sie stets die für Ihren Betrieb geltenden Regelungen.

Eine allgemeine gesetzliche Ankündigungsfrist gibt es in Deutschland nicht; sie ergibt sich aus Tarifvertrag und Betriebsvereinbarung, und der Betriebsrat hat bei Lage und Verteilung der Arbeitszeit nach § 87 Abs. 1 Nr. 2 Betriebsverfassungsgesetz mitzubestimmen. Üblich sind in der Prozessindustrie Fristen von zwei bis vier Wochen. In Stafferi wird der Plan mit einem Klick veröffentlicht und ist für die Mitarbeitenden sofort mobil sichtbar; nachträgliche Änderungen bleiben nachvollziehbar dokumentiert.

Bei einer Großrevision kehrt sich der normale Schichtrhythmus für ein bis zwei Wochen um, und gleichzeitig kommen hunderte Fremdfirmenmitarbeiter auf das Werksgelände. In Stafferi bekommt der Stillstand einen eigenen Planungszeitraum, in dem die Schichten der Stammbelegschaft, An- und Abfahren der Anlage sowie Qualifikationen und Sicherheitsunterweisungen der Fremdfirmen in einer Ansicht liegen. Nach der Revision läuft der reguläre Schichtrhythmus weiter, ohne dass der Plan von Hand neu aufgebaut werden muss.

Kommt um fünf Uhr morgens eine Krankmeldung für die Frühschicht, zeigt Stafferi sofort, wer frei ist, wer die Qualifikation für den betreffenden Arbeitsplatz gültig besitzt und bei wem die Übernahme keine Ruhezeit verletzt. Die Vertretung lässt sich direkt aus dem System anfragen, und der Tausch aktualisiert in einem Zug Dienstplan, Abwesenheitskonto und die Daten für die Entgeltabrechnung.

Ja. Zuschläge für Spät-, Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit sowie die Bewegungen auf dem Arbeitszeitkonto werden aus den tatsächlich geleisteten Schichten berechnet und per Dateiexport oder Schnittstelle an die Entgeltabrechnung übergeben. Die Berechnungsregeln werden nach Ihrem Tarifvertrag und Ihrer Betriebsvereinbarung konfiguriert, da sie sich je Branche unterscheiden; die steuerliche Behandlung der Zuschläge richtet sich nach § 3b Einkommensteuergesetz.

Testen Sie es mit Ihrem eigenen Schichtrhythmus

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Sehen Sie auch die Schichtplanungssoftware von Stafferi und die Preise.